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Am 19. Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga gewinnt der SC Freiburg das südbadische Derby beim SC Sand mit 3:2 (1:1).

Nachdem Verena Aschauer die Gastgeberinnen in der 5. Minute in Führung gebracht hatte, erzielte Lina Magull noch vor der Pause den Ausgleich (27., Foulelfmeter). In der zweiten Halbzeit legte dann Magull für den Sport-Club vor (54.), Milena Nikolic erzielte in der Schlussminute den Ausgleich (90.). In der Nachspielzeit machte Hasret Kayikci den späten Auswärtssieg perfekt (90.+3).

Im südbadischen Derby vollzog SC-Trainer Jens Scheuer zwei Wechsel in seiner Startaufstellung, Lena Petermann und Sarah Puntigam ersetzten Anja Maike Hegenauer und Hasret Kayikci. Ansonsten vertraute er auf die gleichen Spielerinnen, die in der Vorwoche die SGS Essen mit 4:2 bezwungen hatten. Bei regnerischem Wetter fanden die Gäste besser ins Spiel und bauten von Anfang an Druck auf. Carolin Simon suchte nach vier Minuten Lena Petermann im Strafraum und die 23-Jährige köpfte nur knapp am linken Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite erarbeitete sich Sand einen ersten Freistoß. Bei diesem schickte Jovana Damnjanovic auf der linke Seite in den Strafraum und die ehemalige Freiburgerin ließ Laura Benkarth mit ihrem platzierten Abschluss ins lange Eck keine Chance (5.).

Der Sport-Club zeigte sich von der eiskalten Dusche wenig beeindruckt und suchte direkt wieder den Weg in die Offensive. Die in der Anfangsphase sehr auffällige Carolin Simon brach auf der linken Seite durch und setzte den Ball nur knapp am linken Pfosten vorbei. Die Gastgeberinnen zogen sich mit der Führung im Rücken tief in die eigene Hälfte zurück und überließen dem Sport-Club den Ball. Dieser zeigte sich im Mittelfeld passsicher und suchte geduldig nach der Lücke im Sander Defenisvverbund. Die nächste Chance ergab sich nach einem Freistoß. Carolin Schiewe brachte diesen aus großer Entfernung direkt aufs Tor, wo Carina Schlüter mit dem strammen Schuss ihre Probleme hatte und das Leder nach vorne prallen ließ. Bevor eine Freiburgerin daraus Kapital schlagen konnte war die 20-Jährige aber zur Stelle. Nur eine Minute später stand die Sander Torfrau erneut im Mittelpunkt. Nach einem starken Angriff fand Lina Magull Sandra Starke im Strafraum. Deren Abschluss parierte Schlüter, den Nachschuss von Magull klärte Anne van Bonn auf der Linie.

Der Sport-Club war klar die bessere Mannschaft, Sand kam nur selten zu Entlastungsangriffen. Nach 20 Minuten erarbeiteten sich die Gastgeberinnen einen weiteren Standard. Verena Aschauer brachte eine Ecke nach innen auf den Kopf von Nina Burger. Der Kopfball der ö österreichischen Nationalspielerin strich am langen Pfosten vorbei. Nach einer knappen halben Stunde belohnte sich der Sport-Club dann für seine starke Vorstellung. Jobina Lahr bediente mit einem perfekt getimten Pass Lina Magull, die im 1-gegen-1 von Carina Schlüter zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß versenkte Magull humorlos zum 1:1 in den Maschen des Sander Tores (27.). Fünf Minuten nach dem Ausgleich sah sich Jens Scheuer dann zu einem ersten Wechsel gezwungen. Nach einem harten Foul von Celine Sandvej an Giulia Gwinn musste die U17-Europameisterin vom Platz getragen werden und wurde von Hasret Kayikci ersetzt (32.). Dem Geschehen auf dem Rasen schien diese Aktion wenig gut zu tun. Während Sand offensiv weiter kaum in Erscheinung trat, musste der Sport-Club sich nach dem Wechsel erstmal neu sortieren. Bis zur Pause passierte daher nichts mehr.

Aus der Kabine kamen beide Teams ohne weitere Wechsel und auch am Spielgeschehen änderte sich wenig. Weiterhin war der Sport-Club die aktivere, die bessere Mannschaft. Die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten. Lena Petermann bediente von der linken Seite die im Strafraum allein gelassene Lina Magull, die aus knapp elf Metern ruhig blieb und zur Führung traf (54.). Das Spiel war gedreht und beinahe hätte Hasret Kayikci direkt den dritten Freiburger Treffer nachgelegt. Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam der Ball zur Nationalspielerin, die den Ball von der Strafraumgrenze an den rechten Torpfosten schlenzte (57.). Auch bei Magulls Abschluss nach einer Stunde wollte der dritte Treffer nicht fallen. Vom SC Sand kam nach vorne immer noch nichts, die vergebenen Freiburger Chancen und die weiterhin nur knappe Freiburger Führung ließen den Gastgeberinnen aber noch alle Optionen offen.

Die letzte halbe Stunde des Spiels war dann geprägt von zahlreichen Wechseln auf beiden Seiten, Spielfluss kam kaum noch auf. Der Sport-Club verwaltete das Ergebnis, Sand fehlten die Mittel, um das Freiburger Tor zu gefährden. So schien alles auf einen Freiburger Sieg hinauszulaufen, ehe sich zum Spielende hin plötzlich die Ereignisse überschlugen. Die 90. Minute lief bereits, als Sand einen letzten langen Ball in den Freiburger Strafraum schlug, wo das Leder über Umwege plötzlich vor den Füßen der eingewechselten Milena Nikolic landete. Die 24-Jährige drückte den Ball mit etwas Glück über die Linie und erzielte den Ausgleich für die Gastgeberinnen (90.). Der Sport-Club wollte sich jedoch nicht mit dem Unentschieden zufrieden geben, dass nach dem Spielverlauf sicher auch zu wenig gewesen wäre. Folglich warf die Scheuer-Elf noch einmal alles nach vorne wurde belohnt. In der dritten Minute der Nachspielzeit knallte Hasret Kayikci den Ball aus dem Gewühl heraus ins Sander Tor und verschwand gleich darauf in einer Jubeltraube inmitten ihrer Mitspielerinnen.

Mit dem elften Saisonsieg und jetzt 38 Punkten festigt der Sport-Club Rang vier. Bereits am Mittwoch, 10. Mai (14 Uhr) folgt das Auswärtsspiel beim Tabellenneunten FF USV Jena.

Stimmen zum Spiel:

Birgit Bauer (Managerin SC Freiburg): „Wir haben heute auf einem wirklich schlechten Platz einen verdienten Sieg eingefahren und hätten das Spiel schon viel früher entscheiden müssen. Stattdessen fangen wir kurz vor Ende den Ausgleich. Wir haben aber auch danach weiter an uns geglaubt, wollten das Spiel unbedingt gewinnen und haben das auch geschafft. Das zeigt, welche Qualität in der Mannschaft steckt. Ich bin einfach froh, dass wir das Spiel gewonnen haben!“

Lina Magull: „Ich hätte mich sehr geärgert, wenn wir am Ende unentschieden gespielt hätten. Das hätte den Spielverlauf nicht wiedergespiegelt. Wir haben versucht Fußball zu spielen, Sand hat es nur mit langen Bällen versucht. Wir haben ihnen unser Spiel aufgedrückt und verdient gewonnen. Am Ende sieht es knapper aus, als es war. Meine beiden Tore freuen mich, sind aber nicht wichtig. Wichtig ist nur der Sieg!“

Stenogramm:

SC Sand: Schlüter – Savin, Caldwell, van Bonn, Sandvej – Igwe, Meyer – Feiersinger (57. Santos de Oliveira), Burger, Aschauer (65. Vojtekova) – Damnjanovic (77. Nikolic)

SC Freiburg: Benkarth – Lahr (74. Fellhauer), Schiewe, Puntigam, Simon – Zehnder, Schöne – Gwinn (33. Kayikci), Magull (79. Hegenauer), Starke – Petermann

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Großenritte)

Zuschauer: 750

Tore: 1:0 Aschauer (5.), 1:1 Magull (27., Foulelfmeter), 1:2 Magull (54.), 2:2 Nikolic (90.), 2:3 Kayikci (90.+3)

Gelb: Caldwell, Santos, Sandvej / Petermann, Puntigam

 

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