Responsives Bild

das Sportportal für die Region

Der SC Freiburg hat am 10. Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga vor 1531 Zuschauern im Möslestadion mit 1:2 (1:1) gegen den FC Bayern München verloren.

Sharon Beck hatte den Sport-Club nach 17 Minuten mit einem Freistoß aus knapp 40 Metern in Führung gebracht, Kathrin Hendrich zwei Minuten später ausgeglichen (19.). In der Nachspielzeit erzielte Gina Lewandowski das Siegtor für die Gäste (90+2.).

Zwei Tage nachdem der Abschied von SC-Trainer Jens Scheuer zum Saisonende publik wurde und für einige Unruhe im Umfeld sorgte, hat der Sport-Club mit einer starken Vorstellung gegen den Tabellenzweiten aus München deutlich gemacht, den Fokus einzig auf das Sportliche zu legen. Über 90 Minuten war die Elf um Kapitänin Clara Schöne dem Favoriten aus der bayrischen Landeshauptstadt mehr als ebenbürtig, ein fälschlicherweise nicht gegebener Treffer und ein Gegentor in der Nachspielzeit verhinderten aber einen möglichen und auch keinesfalls unverdienten Freiburger Sieg. „Ich bin unglaublich stolz und fasziniert, wie wir heute Fußball gespielt haben“, erklärte Scheuer nach dem Spiel. „Meiner Mannschaft ist absolut kein Vorwurf zu machen, es war über fast die gesamte Spielzeit eine überragende Leistung.“

Ein Wechsel in der Startformation

Mit einer Änderung in der Startelf ging der Sport-Club bei Regen und Wind ins Spiel. Für Merle Frohms stand Lena Nuding zwischen den Pfosten des Freiburger Tores. Davor hielt Scheuer an der Formation fest, die in der Vorwoche einen Punkt aus Essen entführt hatte. Bei den Gästen aus München saß die ehemalige Freiburgerin Lina Magull, die im Sommer an die Isar gewechselt war zunächst auf der Bank.

Keine zwei Minuten waren im Möslestadion absolviert, als Nuding erstmals im Mittelpunkt stand. Über die linke Seite tauchte Sara Däbritz frei vor der 25-jährigen auf, die den Schuss der ehemaligen Freiburgerin aber problemlos entschärfte. Kurz darauf lief Nuding einen langen Ball der Münchnerinnen ab, ehe es gefährlich werden konnte.

Traumtor von Beck – direkte Antwort der Bayern

Bei widrigen Bedingungen entwickelte sich ein sehenswertes Fußballspiel, in dem der Sport-Club die Gäste durch aggressives Pressing unter Druck setzte, seine spielerische Klasse zeigte und sich mehrfach stark nach vorne kombinierte. Auch die Gäste ließen ihr Können einige Male aufblitzen, Tore fielen dennoch zunächst nur nach Standardsituationen.

Den Anfang machte dabei Sharon Beck für den Sport-Club – und wie. Einen Freistoß aus knapp 40 Metern knallte die israelische Nationalspielerin direkt unter die Latte (17.). Nur zwei Minuten später der Ausgleich. Diesmal nach einer Ecke, in deren Anschluss Kathrin Hendrich den wohl noch leicht abgefälschten Ball über Nuding hinweg im Tor unterbrachte (19.).

Schwungvolle Partie bei widrigen Bedingungen

Auch in der Folge blieb das Spiel ausgeglichen, beide Mannschaften begegneten sich auf hohem Niveau. Drei Minuten nach dem Ausgleich rettete Janina Minge mit einer starken Grätsche gegen die durchgebrochene Sydney Lohmann (22.). Jill Roords Abschluss hielt Nuding im Nachfassen (26.). Für den Sport-Club versuchte es dann Klara Bühl mit einem direkten Freistoß, der knapp am rechten Pfosten vorbeiflog (29.).

Nach einer schwungvollen halben Stunde beruhigte sich das Geschehen auf dem Rasen bis zur Pause etwas. Zwar waren beide Teams weiterhin gefährlich, Torgelegenheiten blieben aber aus. Einzig ein Schuss von Hikaru Naomoto unmittelbar vor der Pause sorgte noch einmal für Gefahr (45.).

Sport-Club kommt stark aus der Kabine

Mit Beginn des zweiten Durchgangs suchte der Sport-Club direkt den Weg nach vorne. Ein Freistoß von Bühl (48.) ging aber am Tor vorbei. Drei Minuten später die vermeintliche Führung für die Gastgeberinnen. Nach einem Freistoß brachte Clara Schöne den Ball im FCB-Tor unter, Schiedsrichterin Nadine Westerhoff hatte zuvor jedoch ein Stürmerfoul von Virginia Kirchberger gesehen und verwehrte dem Treffer die Anerkennung. Eine mehr als strittige Entscheidung, die den Sport-Club um die mögliche Führung brachte (51.).

Mit Lineth Beerensteyns noch abgefälschtem Abschluss aus 16 Metern, den Nuding sehenswert um den Pfosten lenkte, meldeten sich dann auch die Münchnerinnen im zweiten Durchgang an (56.). Auf der Gegenseite war es Beerensteyns niederländische Nationalmannschaftskollegin van Lunteren, die eine flache Bühl-Ecke direkt nahm, den Ball aber über das Tor schoss (57.).

Bühl mit der Siegchance

Nachdem Beerensteyn auch ihre zweite Möglichkeit ungenutzt ließ (72.), war es wieder der Sport-Club, der für Gefahr sorgte. Nach einem starken Zuspiel von Hikaru Naomoto hatte van Lunteren auf der rechten Seite freie Bahn, Zinsberger war jedoch vor der Europameisterin am Ball (77.). Zwei Minuten später zeigte Klara Bühl ihre Klasse. Die 17-jährige überlief die halbe Gäste-Abwehr und drang in den Strafraum ein, wo sie von Leonie Maier klar gefoult wurde. Statt den fälligen Elfmeter anzunehmen, versuchte Bühl alles, um auf den Beinen zu bleiben und scheiterte mit ihrem Abschluss an Zinsberger (79.) „Das ist einfach ärgerlich. Wenn Klara fällt ist es ein glasklarer Elfmeter“, meinte Scheuer, der seiner Spielerin aber keinen Vorwurf machen wollte. „Sie will sich durchsetzen, bleibt trotz der klaren Grätsche auf den Beinen stehen. Vielleicht fehlt ihr da einfach noch ein wenig Cleverness.“

Lucky Punch für die Gäste in der Nachspielzeit

Als sich in der Schlussphase immer deutlicher ein Remis abzeichnete setzen die Gäste durch die eingewechselte Gina Lewandowski den Lucks Punch. In der zweiten Minute der Nachspielzeit war es die eingewechselte Gina Lewandowski, die nach einer Ecke per Kopf das 1:2 markierte, den Lucky Punch. „Das ist extrem bitter und enttäuschend“, so Scheuer, der sich in dieser einen Szene dann doch kurz ärgerte. „Wir lassen uns entgegen der Absprache zu weit hinten reindrängen, daraus entsteht dann das Gewühl, das zum Tor führt. Es ist traurig, dass uns das einen verdienten Punkt kostet.“ Insgesamt war Scheuer aber trotz der Niederlage zufrieden. „Wenn man sieht, wie die Zuschauer uns nach dem Spiel feiern, dann merkt man, wie begeistert sie von unserer Leistung waren. Das spiegelt mein Gefühl deutlich wieder. Wir haben eine tolle Mannschaft, die den Gegner heute beinahe über 90 Minuten dominiert hat.“

Die nächste Chance auf den fünften Saisonsieg bietet sich dem Sport-Club bereits am Mittwoch (11 Uhr). Zum Abschluss der Hinrunde sind die Freiurgerinnen dann bei Werder Bremen zu Gast. „Wir werden jetzt regenerativ arbeiten und dann nach Bremen fahren, wo wir ohne Wenn und Aber drei Punkte holen wollen“, so Scheuer. „Wir werden die Mannschaft in dem bestätigen, was sie heute auf den Platz gebracht hat und es in Bremen wiederholen. Wenn uns das gelingt gibt es nur einen Sieger und der heißt Freiburg.“

Stenogramm:

SC Freiburg: Nuding – van Lunteren, Schöne, Knaak, Lahr – Gwinn, Minge, Naomoto (86. Hegenauer), Starke – Bühl, Beck (73. Lotzen)

Ersatzbank: Frohms (Tor), Karl, Knaak, Müller, Schiewe

Trainer: Jens Scheuer

FC Bayern München: Zinsberger – Maier (83. Lewandowski), Hendrich, Wenninger, Schweers – Beerensteyn, Leupolz, Lohmann, Däbritz – Roord (81. Magull), Islacker (68. Damnjanovic)

Ersatzbank: Weimar (Tor), Rolfö, Skorvankova, Laudehr

Trainer: Thomas Wörle

Schiedsrichterin: Nadine Westerhoff

Tore: 1:0 Beck (17.), 1:1 Hendrich (19.), 1:2 Lewandowski (90+2.)

Zuschauer: 1531

Gelbe Karte: Schöne / -

© 2016 Abpraller das Sportportal für die Region.