SC Freiburg Damen verlieren in München

Das entscheidende Tor erzielte in der zweiten Halbzeit Marina Hegering (66.). Nach der zurückliegenden Länderspielpause galt es für die Spielerinnen im Stadion auf dem FC Bayern Campus sich zunächst auch auf einen Temperaturabfall von knapp 20 Grad einzustellen. Noch bei sommerlichen Temperaturen hatten die SCFrauen vor zwei Wochen mit dem 3:0-Sieg beim SC Sand die ersten drei Punkte in dieser Spielzeit gefeiert. Das letzte Septemberwochenende präsentierte sich dagegen unvermittelt kühl. „Schlau spielen, die Räume eng machen und mit dem Ball am Fuß mutig spielen“, hatte Daniel Kraus für sein Team als Vorgabe beim aktuellen Tabellenführer formuliert. Dafür bot der SC-Trainer an der Isar die gleiche Startformation wie zuletzt im südbadischen Derby auf. Die Gastgeberinnen begannen äußerst druckvoll und versuchten mit offensivem Pressing früh Bälle zu erobern. Der Sport-Club ließ sich davon aber kaum beeindrucken und gestattete den Münchnerinnen durch konsequente Defensivarbeit kaum klare Torchancen. Ein erster Schuss von Lineth Beerensteyn (3.) wurde geblockt, ebenso wie der nächste Versuch von Lea Schüller. Auch SC-Torhüterin Lena Nuding zeigte sich hellwach, als sie in der Anfangsviertelstunde noch einmal vor Schüller klärte und dazu eine Hereingabe des Bayern-Neuzugangs aus Essen abfing. Danach vermochten die gut gestaffelten SCFrauen die Münchnerinnen weiter vom Tor weg und die Räume in der eigenen Hälfte eng zu halten.
Bei einer erneuten Möglichkeit von Beerenstein klärte Jana Vojtekova (28.) entschlossen, ebenso wie kurz vor der Pause nach einer Flanke von Lina Magull. Die bis dahin beste Gelegenheit hatte sich dem FC Bayern aber vorher geboten. Nach einer flachen Hereingabe von Außenverteidigern Hanna Glas rutschten sowohl Beerenstein als auch Viviane Asseyi nur knapp am Ball vorbei. Der Sport-Club startete zwischendurch auch selbst immer wieder Vorstöße. Zu einem gefährlichen Abschluss reichte es aber vor dem Pausenpfiff nicht. In der zweiten Halbzeit kam beim jetzt wieder druckvoll aufspielenden FC Bayern Klara Bühl ins Spiel. Für die vor dieser Saison vom SC Freiburg nach München gewechselte Nationalspielerin war es nach einer Schulteroperation der erste Einsatz seit Juni. Nicht dabei sein konnte dagegen mit Giulia Gwinn eine weitere ehemalige SC-Spielerin. Gwinn hatte sich bei ihrem letzten Länderspieleinsatz am vergangenen Wochenende einen Kreuzbandriss zugezogen. Auch nach einer Stunde hielt der Sport-Club mit viel Leidenschaft und durch geschicktes Verschieben dem Angriffsdruck des Vizemeisters noch Stand. Mit Naomi Mégroz und Meret Wittje für Lina Bürger und Janina Minge brachte Daniel Kraus die ersten frischen Kräfte ins Spiel. Nur zwei Minuten später gelang Bayern jedoch der entscheidende Treffer. Nach einem Freistoß von Bühl und drei Münchner Kopfbällen war es Marina Hegering (66.), die ebenfalls zwei Schussversuche benötigte, um den Ball flach ins Tor zu befördern. Auch der Klärungsversuch von Marie Müller auf der Torlinie konnte den Rückstand nicht verhindern. Anschließend blieb der FC Bayern gegen die mit großer Moral weiterkämpfenden Freiburgerinnen gefährlich. Asseyi (74.) setzte einen Freistoß ans Außennetz. Drei Minuten später verpassten Hegering und Sydney Lohmann nach einer Ecke von Bühl jeweils freistehend den Ball. München hatte das Tempo weiter forciert, Lena Nuding ließ sich allerdings nicht noch einmal überwinden. Die Torhüterin parierte in der Schlussphase gegen Lohmann (76.), Dallmann (81.), Schüller (82.) und Asseyi (88.) jeweils glänzend. Aber auch der Sport-Club versuchte bis zum Schluss der insgesamt sechsminütigen Nachspielzeit noch zum Ausgleich zu kommen. Eine Hereingabe von Giovanna Hoffmann auf die freistehende Hasret Kayikci geriet aber zu ungenau (83.). Und nach einem letzten Konter verpasste auch Mégroz (90.+3) das Tor. Bayern München blieb damit im dritten Spiel ohne Gegentor und verteidigte den Spitzenplatz. Die SC-Frauen stehen zunächst weiterhin auf dem sechsten Rang. Zum nächsten Heimspiel erwartet der SC Freiburg am vierten Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga am Sonntag, 4. Oktober (14 Uhr), den MSV Duisburg im Möslestadion.



Stimmen zum Spiel: Daniel Kraus, Trainer SC Freiburg: Die ersten zehn Minuten waren nicht gut, da hat man gemerkt, dass die Mannschaft Respekt hat und wir hatten auch Glück, dass es noch 0:0 stand. Im Verlauf des Spiels haben wir dann immer mehr Mut gefasst, leider hat uns im letzten Drittel die Genauigkeit auf dem Weg zum Tor gefehlt. Der Freistoß, der zum Tor führt, war meiner Meinung nach keiner. Trotzdem können wir ihn natürlich besser verteidigen. Wir hatten auch danach Kontergelegenheiten, aber da müssen wir im Abschluss zulegen, denn so fühlt sich das Ergebnis am Ende nicht gut an. Trotzdem können wir erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Jetzt bereiten wir uns auf das nächste Spiel gegen den MSV Duisburg vor, insgesamt, finde ich, haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht.

Stenogramm: Bayern München: Benkarth – Glas, Hegering, Wenninger, Simon (62. Laudehr) – Beerensteyn (46. Bühl), Magull (57. Zadrazil), Lohmann, Asseyi - Dallmann, Schüller (87. Ilestedt) Ersatzbank: Grohs (Tor), Pollak, Boye Sörensen Trainer: Jens Scheuer

SC Freiburg: Nuding - Karl, Steuerwald (78. Stegemann), Knaak, Vojteková – Hoffmann (89. Sanders), Minge (64. Wittje), Müller (89. Büchele), Bürger (64. Mégroz) – Kayikci, Starke Ersatzbank: Herzog (Tor), Wensing Trainer: Daniel Kraus Schiedsrichter: Ines Appelmann (Alzey) Zuschauer: - Tore: 1:0 Hegering (66.) Gelbe Karten: - Hoffmann, Nuding, Kayikci, Trainer Kraus