Sander Damen kassieren Heimpleite

Mit 1:3 unterlag die Elf von Trainerin Nora Häuptle der SGS Essen und steht damit in den beiden kommenden Partien im eigenen Stadion gegen Hoffenheim und Meppen vermehrt unter Druck, um nicht mit einem November-Blues aus diesem Monat zu gehen. Die Gäste aus Essen gewannen die Partie im Kühnmatt-Stadion verdient, vor allem weil die Gastgeberinnen in der ersten Halbzeit im Defensivverhalten vollkommen von der Rolle waren und folgerichtig mit einem 0:3-Pausenrückstand in die Kabine gingen. Dabei hatte alles vielversprechend begonnen: Die Ortenauerinnen verbuchten die ersten zehn Spielminuten für sich und hatten in dieser Phase auch zwei gute Tormöglichkeiten. Chiara Loos war es, die einmal mehr die Aktionen über die linke Seite einleitete, der finale Pass allerdings jeweils von der Essener Abwehr geklärt werden konnte. 14 Minuten und zwei Eckbälle später war es dann aber wieder soweit: Die Hereingabe von der rechten Fahne verlängerte Sands Danielle Tolmais unglücklich auf den Kopf von Essens Selina Obermeier, die am langen Pfosten selbst kaum glauben konnte, wie freistehend sie zum Kopfball kam, und diesen ohne Mühe im – von ihr aus gesehen – kurzen Eck unterbringen konnte. Danach spielten die Gäste mit den Platzherrinnen nahezu Katz und Maus. Mit ihrem aggressiven Pressing und vor allem den sicheren Ballstafetten mit oft nur einem Ballkontakt überwanden die Spielerinnen von Trainer Markus Högner die Sander Defensive spielend. Die Folge waren neben dem 0:2 von Jana Feldkamp in der 21. Spielminute und dem 0:3 durch Nicole Anyomi in Minute 39 zwei, drei weitere hochkarätige Chancen. Diese vereitelten Jacinta Weimar mit ihren Reflexen oder Emily Evels, die in höchster Not auf der Torlinie einen größeren Pausenstand verhindern konnte. Auf Seiten der Gastgeberinnen strich ein Fernschuss von Noemi Gentile knapp über das Gehäuse der Essenerinnen und Chiara Loos scheiterte nach einem ihrer unnachahmlichen Tempo-Dribblings knapp. Im zweiten Spielabschnitt präsentierten sich beide Teams auf komplett andere Art und Weise. Nora Häuptle muss in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben, denen sie die richtigen Taten folgen ließ: Mit Patricia George, Diane Caldwell und Dina Blagojevic brachte die Fußball-Lehrerin gleich drei neue Spielerinnen und damit ein neues Spielsystem auf den Platz. Vortan kam Essen kaum mehr zum Zug und die Gastgeberinnen schöpften nach 59 Minuten Hoffnung: Ein Traumpass vom Emily Evels über das halbe Spielfeld zu Chiara Loos fand nach deren Antritt in Richtung Grundlinie Dörthe Hoppius im Zentrum des Essener Strafraums, die sich die Gelegenheit zum Anschluss nicht nehmen ließ. Doch der aufopferungsvolle Kampf der Sanderinnen sollte sich nicht auszahlen und so trauerte man im Kühnmatt einmal mehr einer verschlafenen Phase in Halbzeit eins hinterher. „Das Story-Book scheint sich bei uns stetig zu wiederholen. Wir sind gut in die Begegnung gekommen, unsere Chancen in dieser Phase, in der wir eigentlich in Führung gehen müssen, aber einmal mehr liegen lassen. Dann hatten wir 30 ganz schwache Minuten, die am Ende zu diesem Ergebnis geführt haben. Die zweite Halbzeit war in Ordnung“, so Sands Nora Häuptle. Auch ihr Kollege auf Essener Seite, Markus Högner, kam zu derselben Einschätzung. „In den ersten zehn Minuten hatten wir Glück, nicht in Rückstand zu geraten, danach können wir zur Pause aber auch mit 5:0 führen. Die Halbzeitansprache muss bei Sand gefruchtet haben, denn in der zweiten Halbzeit trafen wir auf einen ganz anderen Gegner. Unterm Strich ist der Sieg für uns aber hochverdient.“

 

SC Sand: Weimar – Brandenburg, Moorrees (46. Caldwell), Georgieva, Sakar (80. Gavat) – Evels, Gentile, Loos (46. Blagojevic), Tolmais (46. George), Kreil – Hoppius. SGS Essen: Johannes – L. Ostermeier, Räcke, S. Ostermeier, Ioannidou – Klasen, Feldkamp, Piljic (50. Baijings), Wamser (84. Nesse) – Anyomi, Senß. Schiedsrichterin: Melissa Joos (Leinfelden-Echterdingen) – Zuschauer: keine – Tore: 0:1 S. Ostermeier (14.), 0:2 Feldkamp (21.), 0:3 Anyomi (39.), 1:3 Hoppius (59.).