Erneute Sander Niederlage

Bis zu diesem Zeitpunkt war der Tabellenzehnte aus dem Kühnmatt in diesem badischen Derby im eigenen Stadion mit dem großen Favoriten aus dem Kraichgau auf Augenhöhe – lediglich die Schwäche im Verwerten der Torchancen ließ am Ende ein über den Spielverlauf hinwegtäuschendes 0:3 auf der Anzeigentafel erleuchten. Es war ein intensives Spiel, das sich die beiden badischen Teams lieferten und einmal mehr hatte der SC Sand die erste gute Torgelegenheit auf seiner Seite. Doch wie bereits in den Wochen zuvor ließen die Schützlinge von Trainerin Nora Häuptle diese ungenutzt, was sich im weiteren Spielverlauf wie ein roter Faden durch die Begegnung ziehen sollte. Eine Kombination über Fatma Sakar, Dörthe Hoppius und Patricia George (5. Spielminute) bleib ebenso ungenutzt, wie ein Schuss von Hoppius sieben Minuten später knapp über das Hoffenheimer Tor strich. So kam es, wie es kommen musste, und die Gäste gingen mit ihrer ersten gefährlichen Aktion in Führung: Erneut konnte die Sander Defensive eine Standardsituation – dieses Mal ein Freistoß von Lena Lattwein von links – nicht verteidigen und Jana Beuschlein köpfte zur Hoffenheimer Führung ein (15.). Der SC Sand ließ sich im Vergleich zur Woche dieses Mal nicht noch ein weiteres Mal überrumpeln und es entwickelte sich eine intensive und äußerst attraktive Partie auf Augenhöhe. Hatten die Gäste im ersten Spielabschnitt ein Chancenplus zu verzeichnen, so waren es die Einheimischen, die im zweiten Durchgang mehr als nur eine hochkarätige Einschussmöglichkeit liegen ließen. Just in der Phase, in der alle Beteiligten den Ausgleich der wacker kämpfenden Sanderinnen voraussagten, leistete sich Myrthe Moorrees im eigenen Strafraum ein Foul an Paulina Krumbiegel, das in der 79. Minute, mitten in der eigenen Drangphase, zum vorentscheidenden 0:2 führte. Die eingewechselte Nicole Billa ließ sich nicht zweimal bitten und setzte dem verwandelten Foulelfmeter nur zwei Minuten später nach Vorarbeit von Krumbiegel der Partie mit dem 0:3 ein Ende. Mit dieser Leistung sollte den Verantwortlichen des SC Sand allerdings nicht bange sein – einen Punkt hätten die Gastgeberinnen in dieser Begegnung sicherlich verdient gehabt, was ihnen der sportliche Leiter Sascha Reiß so auch ins Stammbuch schrieb. In einer Woche kann mit einem Heimsieg gegen Tabellenschlusslicht SV Meppen nachträglich der Lohn für die harte Arbeit der vergangenen Tage eingefahren werden. „Es war für uns das erwartet schwere Spiel, denn in Sand tun wir uns oft sehr schwer. Am Ende haben wir vielleicht mit einem Tor zu hoch gewonnen, unser Sieg ist meiner Meinung nach aber verdient“, resümierte Gäste-Coach Gabor Gallai die Begegnung. Nora Häuptle merkte man die Enttäuschung an, stand ihre Elf nach großem Aufwand am Ende doch wieder mit leeren Händen da: „Wie so oft können wir in den ersten zehn Minuten in Führung gehen, geraten aber erneut durch einen Standard in Rückstand. In den dann folgenden 70 Minuten habe ich eine hervorragende Leistung meiner Mannschaft gesehen – nach dem Penalty war es dann aber leider vorbei.“

SC Sand: Weimar – Brandenburg, Moorrees, Caldwell, Sakar – Evels (80. Lohmann), Loos (80. Kreil), Gentile (89. Gavat), Blagojevic, George – Hoppius (62. Tolmais). TSG Hoffenheim: Dilfer – Naschenweng (84. Steinert), Bühler, Wienroither, Rall – Dongus (46. Billa), Brand (84. Fühner), Harsch, Lattwein, Waßmuth (68. Hagel) – Beuschlein (68. Krumbiegel). Schiedsrichterin: Christina Biehl (Niederhambach) – Zuschauer: keine – Tore: 0:1 Beuschlein (15.), 0:2 Billa (79., Foulelfmeter), 0:3 Billa (81.).