Drei Punkte aus Ulm entführt       

„Das Spiel spiegelt unsere Trainingswoche wieder, die sehr holprig war“, resümiert Trainerin Richarda Zorn nach dem Spiel. Die vergangenen drei Einheiten waren aus privaten, gesundheitlichen und beruflichen Gründen nie mit dem gesamten Kader zu absolvieren gewesen. Zudem musste das Team auf Hannah Haas (privat verhindert) und Louisa Seib (gesundheitliche Beschwerden) verzichten.

Satz eins war aus Offenburger Sicht eine klare Angelegenheit (25:16). Zorn konnte bereits früh reagieren und wechselte Routinier Lisa Solleder für das Küken Mariella Bouagaa aus, um der erst 14jährigen Kaderspielerin weitere Spielminuten zu schenken. Bouagaa bekam auch in Satz 2 das Vertrauen der Trainerin und auch Kapitänin Johanna Ewald fand in Bouagaa immer wieder eine sichere Punkteabnehmerin. „Mariella hat heute wirklich ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobte Zorn das Nachwuchstalent. Gemeinsam mit Svenja Rodenbüsch, die mit ihren 16 Jahren die zweitjüngste Spielerin ist, hielt sie dem Druck des gegnerischen Aufschlags zu jederzeit Stand. Durchgang 2 ging zwar enger zu, jedoch aus Offenburger Sicht zu keiner Zeit gefährdet. Noemi Freitag übernahm beim 17:16 das Zuspiel für Ewald und führte das Team zum 25:22 Satzerfolg.

„In Satz 3 habe ich etwas ausprobiert, das leider nicht aufging“, nimmt Zorn den Satzverlust aber nicht alleine auf ihre Kappe. Freitag durfte von Beginn an im Zuspiel ran, die Etatmäßige Diagonalangreiferin Leonie Amann bekam eine Pause und Rodenbüsch wechselte in den Diagonalangriff. Bis zum 7:7 war das Spiel noch ausgeglichen, dann zog Ulm Punkt für Punkt davon. Einige Unsicherheiten in der Annahme und kein Durchkommen im Angriff waren die Ursache. „Natürlich hätte ich früher wechseln können, aber solche Sätze gehören eben auch dazu“, fehlte Zorn in dieser Phase des Spiels die Aggressivität und der unbedingte Siegeswillen. Mit 21:25 musste man den Satz abgeben.

Ewald und Amann nahmen in Satz 4 wieder ihre Positionen auf dem Spielfeld ein, doch Ulm hatte sich jetzt in einen Rausch gespielt. Zorn war bereits beim Stand von 0:4 gezwungen, das erste Mal einzugreifen. „Der Gegner spielt gerade sehr gut, wir machen alles richtig, müssen nur Geduld haben“, musste Zorn zu diesem Zeitpunkt die Leistung des Gegners anerkennen. Ewald spielte ihre Angreiferinnen in gute Blocksituationen, Ulm hatte dann aber in der Abwehr immer ein Körperteil am Ball. Ständig lief der VCO einem Rückstand hinterher, sodass Ulm beim 24:21 sogar drei Satzbälle hatte. Hier war es erneut Mariella Bouagaa, die bereits wie eine ganz Große agierte und zum Aufschlag ging. Ihre Ausbeute neben zwei Assen zwei druckvolle Aufschläge, die den Weg zum knappen 26:24 Satz- und Matchgewinn ebneten. „Ich bin stolz auf mein Team, das war ab Mitte des dritten Satzes nicht einfach und Ulm hat sein letztes Hemd gegeben“, lobte Zorn die Mannschaftsleistung und konzentrierte Agieren in den entscheidenden Spielmomenten.

Am kommenden Samstag freut sich die Mannschaft auf das nächste Heimspiel. Dann kommt mit dem 4. Platzierten Karlsruhe-Beiertheim ein sehr kompaktes Team in die Nord-West-Halle.