Ohne Satzverlust zum Derbysieg mit geschlossener Mannschaftsleistung

„Heute haben wir in den Sätzen 1 und 2 nahezu fehlerfrei gespielt“, ist Trainerin Richarda Zorn stolz auf ihr Team. Kapitänin Johanna Ewald ergänzt. „Annahme und Abwehr waren in den ersten beiden Sätzen erste Sahne, da hatte ich spielerisch alle Möglichkeiten, ein variables Passspiel aufzuziehen.“ Wie die Satzergebnisse vermuten lassen, hatte der Gast aus Nordbaden in den ersten beiden Durchgängen nicht den Hauch einer Chance. Franziska Fried organisierte in gewohnt sicherer Manier das Annahme und Abwehrspiel. Mariella Bouagaa, die erneut einen Platz in der Startformation bekam, und Routinier Lisa Solleder agierten besonders im Angriff clever und mit der notwendigen Aggressivität, sodass sie aus nahezu jeder Situation punkten konnten. Dazu streute Ewald immer wieder genau im richtigen Moment ein Zuspiel auf die beiden gut aufgelegten Mittelangreifer Isabella Herp und Teresa Saunders ein. Und nicht zu vergessen: Allzeitwaffe Leonie Amann mit ihrer linken Klebe auf der Diagonalposition. „Man hat gesehen, dass wir in der vergangenen Trainingswoche viel Wert auf die Grundelemente Block/Abwehr sowie Aufschlag/Annahme gelegt haben. Der Matchplan ging somit voll auf“, freut sich Zorn, dass ihre Schützlinge auch all das nahezu immer abrufen konnten.

Lediglich in Satz drei lehnten sich die VCOlerinnen etwas zurück. 0:5 missglückte der Satzstart, ehe sich das Team wieder eine 8:7 Führung erarbeitete. „Da waren wir zwischenzeitlich einfach etwas unkonzentriert in den Basics“, war sich Zorn aber zu keinem Zeitpunkt unsicher, dass an diesem Abend etwas schief laufen würde. Dennoch war es wichtig gewesen, Karlsruhe nicht ins Spiel kommen zu lassen. Pia Buttgereit, die von Satzbeginn an für Fried kam, übernahm mehr Verantwortung. Und auch der Doppelwechsel mit Jana Grathwohl/Svenja Rodenbüsch zur Mitte des Satzes als auch die Einwechslung Louisa Seibs beim 20:20 brachten nochmals Schwung und Sicherheit. „Das ist als Trainer wirklich eine Luxussituation“, verteilt Zorn auch Lorbeeren an ihre starke Auswechselbank. „Wenn man immer wieder ein Ass aus dem Ärmel schütteln kann, das dann jedes Mal auch so einschlägt.“ Bezeichnend dann auch der Matchball: Seib mit einem starken Aufschlag, Solleder mit dem Blockpunkt zum 25:23.

Eine gute Einstimmung auf die beiden anstehenden Topspiele gegen Bad Soden und Sinsheim. „Wenn wir das Niveau auch die kommenden Wochenenden abrufen können, ist alles möglich“, freut sich Zorn auf die Trainingswochen. Das wird entscheidend sein: die Qualität und das konzentrierte Arbeiten: „Das ist ein Volleyballgesetz: Man spielt immer so, wie man trainiert hat.“ Sorgen mache sie sich hier aber nicht, denn das sind die Spiele, auf die man die ganze Saison fiebert. Da kommt die Motivation fast von allein.

Es gibt allerdings an diesem Abend des Volleyballfests auch eine schlechte Nachricht zu vermelden: Hannah Haas knickt beim Einlaufen um. Diagnose wird das MRT am Montag zeigen. In wie weit sie die nächsten Spiele einsatzfähig ist, wird sich die Woche über zeigen.