VCO besiegt bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter TG Bad Soden

Vor jedem Spiel gibt es eine Motivationsansage – Grundschullehrerin Franziska Fried übernahm diesmal und brachte es auf den Punkt. „Wir haben hier nichts zu verlieren und sind nicht nach Bad Soden gefahren, um zu verlieren. An jedem Ball ist eine Hand von uns – wir bringen sie zum Verzweifeln.“ Aufgrund der dezimierten Personalie Mittelangriff musste Zorn eine Änderung vornehmen. Leonie Amann wechselte in eben diesen, Louisa Seib übernahm die Diagonalposition, das Duo Mariella Bouagaa/Lisa Solleder startete erneut im Außenangriff. Der erste Durchgang war klassisch für ein Spitzenspiel. Viele Eigenfehler auf beiden Seiten, besonders im Element Aufschlag. Leider, aus Gästesicht, einige zu viel auf Offenburger Seite. „Wir wissen was der Gegner macht, was uns aber nichts bringt, wenn wir nicht zu unserem eigenen Spiel finden“, resümierte Zorn in der Satzpause das Ergebnis.

Svenja Rödenbusch auf ungewohnter Position.

Zorn reagierte mit einer Umstellung: Amann auf die Diagonalposition, Seib in den Außenangriff und die junge Svenja Rodenbüsch feierte ihre Premiere auf der Mittelblockposition. Zudem drehte Zorn die Aufstellung so, dass die starke Angreiferin Paula Gürschig gegen das Duo Leonie Amann/Teresa Saunders immer eine geschlossene Blockwand vor sich sah. „Trotzdem hat sie immer wieder gute Lösungen gefunden, sie ist schon ein Wahnsinnstalent“, ist Zorn gespannt, wohin der Weg der erst 17 Jährigen Spielerin gehen wird. Je länger das Spiel andauerte, desto mehr Sicherheit gewannen die Ortenauerinnen und auch im Element Aufschlag zur alten Stärke zurück. Beim 23:18 hatte man den Satz schon fast in der Tasche. „Bad Soden hat zu dem Zeitpunkt sehr gut aufgeschlagen und ihre Stärke durch die physische Größe im Block ausgespielt“, musste Zorn zusehen, wie ihre Schützlinge im Angriff nicht mehr durchkamen. Umso glücklicher war die Trainerin, als Seib den Punkt zum 25:23 und Satzausgleich machte.

Der Knoten geplatzt, Seib übernimmt Führung

Satz drei war eine Demonstration. Angeführt von der der starken Außenangreiferin Seib erspielte man sich Punkt um Punkt. In der Höhe vollkommen verdient ging Satz 3 mit 25:15 an die Offenburgerinnen. Das Momentum war auf die Offenburger Seite gewechselt, das Unmögliche schien möglich zu sein. „Wir haben ihnen den Zahn gezogen und machen in ihrem Element Block ein besseres Spiel“, war Zorn begeistert von der Qualität. Qualität brachte auch die Annahmeachse um Fried und Solleder, was Zuspielerin Johanna Ewald das Spiel einfach machte. Doch in der Manier eines Spitzenreiters kam die TG Bad Soden zurück. Auch ein9:13 Rückstand in Satz 4 und der Niederlage ins Auge blickend gab der Gast niemals auf. Die am Ende des Spiels zur wertvollsten Spielerin gewählten Franziska Koop führte das Team zurück auf die Siegesstraße. „Wir haben sie in der Annahme ständig beschäftigt, sie hat sich fantastisch gewährt und dem Druck Stand gehalten“, schmiedete Zorn bereits den Plan für den Tiebreak.

Dass der VCO Tiebreak kann, bewies man auch am vergangenen Samstag. Immer wechselnde Führungen, lange Spielzüge auf hohem Nievau bekamen die Zuschauer in der gut besuchten Sporthalle zu sehen. Beim Stand von 13:14 wehrte der VCO nach einer taktischen Auszeit den ersten Matchball ab, ehe man beim den zweiten Matchball zum 17:15 nutze - allerdings durch einen Eigenfehler des Gegners. Die Freude auf Offenburger Seite war groß, die Worte des gegnerischen Trainers Pfeiffer ebenso: „Das Topspiel bot alles, was es im Vorfeld versprach. Glückwunsch an den VCO, die heute den kleinen Tick besser waren.“ Trainerin Zorn ergänzte: „Bad Soden ist ein sehr sympathisches Team mit vielen, jungen Talenten und ich hoffe, dass der Verein den Weg in die zweite Bundesliga gehen wird – sie haben es verdient“, wobei sie sich natürlich gleichzeitig auch freute, dass man dem Spitzenreiter die womöglich einzige Niederlage der Saison beschert habe.

Die Mannschaft hielt Wort. Man war gekommen, um zu gewinnen und die Worte Frieds resümieren den Sieg: „Wir hatten ein System, eine Taktik und ein Ziel. Jeder hat dem Anderen geholfen. Das Schlüsselwort war ZUSAMMEN und for the love oft the game.“