HSG ohne neun Spieler
Musste die an diesem Abend höhere Qualität des TSB Heilbronn-Horkheim anerkennen. Die Württemberger gewannen verdient mit 39:34 (21:17).
Kompromisse und ohne Neun
Die in diesen Tagen eher seltenen positiven Nachrichten aus dem Lager der Kranken und Verletzten: Felix Sproß und Christos Erifopoulos konnten wieder in den Kader zurückkehren. Für Erifopoulos war es ein Comeback nach langer Ausfallzeit. Dafür fehlten dieses Mal der erkrankte Jonas Hadlich, der zuletzt noch beim furiosen Derbysieg gegen Balingen-Weilstetten Dreh- und Angelpunkt sowie bester Akteur auf der Platte war, sowie Nikita Pliuto, wichtiger Anker am Kreis und Innenblock. Zudem ist Trainer Ralf Bader gerade zu Kompromissen gezwungen, um die U21 im Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga Baden-Württemberg zu unterstützen. So wurde auch auf einen Einsatz von Konstantin Pauli und Lukas Dietrich verzichtet. Damit stand U19-Keeper Adrian Lehmann zwischen den Pfosten, später durfte auch noch U21-Keeper Luis Kögel, ebenfalls erst frisch aus einer Verletzungspause zurück, seine ersten Drittligaminuten absolvieren – und sich auch gleich die ersten Paraden gutschreiben lassen.
Hohes Tempo von beiden Mannschaften
Ganze neun Spieler galt es so zu ersetzen für die dezimierten Konstanzer. Dies gelang zunächst ordentlich. Jo Knipp setzte den Ball nach siebeneinhalb Minuten zum 4:4 in die Maschen des Gegners. Kurz darauf brachte Lars Michelberger seine Mannschaft zum ersten Mal in Führung (6:5). In einem munteren Spiel setzten beide Mannschaften auf ein hohes Tempo. In den ersten 20 Minuten konnte sich dabei kein Team absetzen. Erifopoulos stellte wieder den 13:12-Anschluss her. In den folgenden Minuten gelang es den Gastgebern das erste Mal, mit vier Toren davonzuziehen und sich eine 21:17-Pausenführung zu erarbeiten. „Wir haben alles probiert, der Einsatz und der Wille waren in Ordnung“, bilanzierte Bader und hob hervor, dass sich seine Schützlinge trotz der vielen Hindernisse nie aufgaben. Es wurde aber auch deutlich, dass die HSG in der Abwehr auf einigen Positionen einige Probleme hatte. Diese wurden von spiel- und abschlussstarken Horkheimern erfolgreich ausgenutzt. Niklas Roth markierte neun Treffer, Yanick Starz kam auf zehn und zeigte sich vor allem im Zusammenspiel mit seinem Torhüter als echte Gegenstoß-Waffe, die die Gelb-Blauen eins ums andere Mal überrollte und auskonterte.
Tempospiel macht den Unterschied
„Wir machen zu viele Fehler im Angriff“, wies der HSG-Coach auf das gefundene Fressen für den Kontrahenten hin. Freie verworfene Bälle oder technische Fehler nutzte der TSB zum schnellen Gegenstoß, hart erkämpfte Tore in Unterzahl wurden postwendend über die schnelle Mitte mit Treffern ins leere Tor beantwortet. Bader lobte die „brutale Qualität“ des Gegners im Tempospiel nach vorne, gegen die seine Mannschaft unter den aktuellen Gegebenheiten und wenigen vorhandenen Optionen aktuell nicht die nötigen Mittel hatte. „Das Tempospiel hat den Unterschied ausgemacht. Davon können wir uns eine Scheibe abschneiden“, so der 45-Jährige. Ebenfalls schwer unter Kontrolle zu bekommen war der sechsmal erfolgreiche Yannick Polifka, der im Eins-gegen-Eins schwer zu halten war. Die Konstanzer versuchten sich zwar trotz einiger Schwächephasen zu wehren, „aber Horkheim war diese fünf Tore besser. Das müssen wir anerkennen.“
Genauigkeit, Abläufe und Rhythmus fehlen
Beim 33:25 (49.) musste sogar noch Schlimmeres befürchtet werden. Doch Konstanz fing sich wieder und konnte den Rückstand zumindest im Rahmen halten, wenngleich sich die Gäste zwischendurch immer wieder zu fahrig zeigten und es mit der Brechstange zu schnell erzwingen wollten. Die daraus resultierenden Fehler spielten Horkheim perfekt in die Karten. Einen Vorwurf wollte der Trainer der Gäste seinen Spielern jedoch nicht machen, schließlich sei die abermals neu zusammenstellte Formation nicht eingespielt. Es fehlten schlichtweg die Genauigkeit und die Abläufe, die auf der anderen Seite deutlich besser saßen. Das aktuelle Aufgebot müsse einmal mehr seinen Rhythmus finden, weiß Bader.
Schwierige Wochen
Schwierige Wochen liegen noch vor der HSG. Zum Abschluss der Saison warten noch einmal vier starke Gegner, während die Mannen vom Schänzle zusehends auf dem Zahnfleisch gehen und dennoch die eigene U21 unterstützen müssen. „Damit müssen wir umgehen“, sagt der A-Lizenzinhaber, ist sich aber auch bewusst, dass „uns harte Wochen erwarten. Wir wissen nicht, wer spielt. Es wird schwer, noch den einen oder anderen Punkt zu hamstern.“ Doch sie sind schon vieles gewohnt aus dieser verrückten Spielzeit. Ganz besonders den Umgang mit immer neuen schwierigen Situationen – und das Kreieren von neuen Lösungen. Einen Lichtblick markieren in diesen Zeiten die HSG-Fans: Auch in Horkheim waren es sie, die über weite Strecken des Spiels die fremde Halle fest in ihren Stimmen und Trommeln hatten.
Heimspiel mit Tombola und Südkurier-Spieltag
Am 18. April findet um 20 Uhr bereits das vorletzte Heimspiel der Saison in der Schänzle-Hölle statt. Neben dem sportlichen Highlight gegen die Wölfe Würzburg bieten die beliebte Tombola zu Gunsten der HSG-Jugend und der Südkurier-Heimspieltag mit großem Rahmenprogramm einiges rund um das Match.
HSG Konstanz: Adrian Lehmann, Luis Kügel (beide Tor); Michel Stotz (7), Aron Czako (5), Lars Michelberger (3), Felix Sproß (3), Christos Erifopoulos (2), Luca Schwormstede (2), Jo Knipp (1), Maxim Pliuto (2), Sören Fuhrmann (6), Xeno Müller (1), Veit Schlafmann (2).
Zuschauer: 450.
