Sportclub verliert Derby


Badisches Duell hieß es am Pfingstsonntag im Dietmar-Hopp-Stadion zu Sinsheim als sich die TSG 1899 Hoffenheim und der Sport-Club gegenüberstanden. Freiburgs Cheftrainer Daniel Kraus veränderte seine Startelf im Vergleich zum Heimerfolg über die SGS Essen auf drei Positionen. Rebecca Knaak, Tyara Buser und Sandra Starke, die gegen Essen ihre Gelbsperre absaß, fanden den Weg in die Startformation. Hierfür nahmen Jana Vojteková, Mia Büchele und Marie Müller vorerst auf der Ersatzbank platz.
Beide Teams starteten forsch in die Partie und es entwickelte sich eine intensive Anfangsphase. Nach einem guten Umschaltmoment tauchte der Sport-Club in der fünften Minute das erste Mal gefährlich vor dem TSG-Gehäuse auf. Der Abschluss von Greta Stegemann aus gut 20 Metern Torentfernung konnte jedoch in letzter Sekunde durch Hoffenheims Defensive geblockt werden.
Die Kraichgauerinnen ließen auf ihre Antwort nur 60 Sekunden warten: Zunächst flog ein satter Distanzschuss von Katharina Naschenweng knapp am rechten Torwinkel vorbei und nur eine Minute später traf Maximiliane Rall den rechten Pfosten. Die TSG suchte nun verstärkt ihr Heil in der Offensive, was kurze Zeit später belohnt werden sollte. Ein gut herausgespielter Angriff der Kraichgauerinnen über die rechte Seite landete über Tabea Waßmuth bei Fabienne Dongus, die den Ball von der Strafraumgrenze ins linke Eck hämmerte und auf 0:1 für die TSG stellte (12.).
Hoffenheim legte bereits in der 19. Minute nach. Nach einem lang geschlagenen Ball von Maximiliane Rall hatte Nicole Billa freie Bahn. Die Top-Torjägerin der Liga ließ SC-Keeperin Elvira Herzog keine Chance und erhöhte auf 0:2 für die TSG.

Der Sport-Club hatte zu diesem Zeitpunkt Mühe in die Zweikämpfe kommen, erzielte aber in der Druckphase der TSG dennoch den Anschlusstreffer. Nach leichtsinnigem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung schnappte sich Ereleta Memeti das Spielgerät, lief der gesamten Defensivabteilung der Hoffenheimerinnen davon und ließ auch Keeperin Janina Leitzig keine Chance - 1:2 (27.)
Beflügelt vom Anschlusstreffer hatten die SC-Frauen in der 35. Spielminute eine dicke Gelegenheit den Ausgleich zu erzielen. Ereleta Memeti spielte sich auf der linken Außenbahn durch und legte quer auf die vermeintlich besser postierte Tyara Buser, die jedoch nur noch mit Mühe an den Ball gelangte und lediglich den Pfosten traf. Effizienter dann der Tabellendritte: Einen flach zurückgelegten Eckball auf die völlig freistehende Jule Brand vollstreckte diese per Direktabnahme zum 3:1 (36.).
Noch geschockt von Brands Treffer ließ sich die SC-Defensive von einem langen Ball überraschen. Diesen nahm Nicole Billa auf und erhöhte trocken auf 4:1 (37.), was gleichzeitig auch den Halbzeitstand bedeutete.
Beide Trainer verzichteten zunächst auf Wechsel und schickten ihre Teams unverändert in die zweite Hälfte. Zehn Minuten vergingen bis zur ersten nennenswerten Offensivaktion. Diese verbuchte der Sport-Club für sich, als Hasret Kayikci aus aussichtsreicher Position aus 20 Metern abzog. Die hellwache Janina Leitzig machte sich jedoch lang und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den rechten Pfosten.
Glück für Hoffenheim dann in der 61. Minute. Nach einer gelungenen Umschaltsituation landete der Ball erneut bei Hasret Kayikci, die ihre Gegenspielerin austanzte und abzog. Ihr Rechtsschuss wurde jedoch durch das Bein einer Hoffenheimer Verteidigern entscheidend zum Eckball abgefälscht. Der Sport-Club wirkte nun konzentrierter, bekam die TSG-Offensive besser in den Griff und gestaltete die Partie ausgeglichener.
Schließlich belohnte sich die Kraus-Elf in der 71. Minute für ihre Bemühungen und die deutliche Leistungssteigerung in Durchgang zwei. Ein gefühlvoll in den Strafraum gehobener Ball fand die aufgerückte Janina Minge, die per Volley-Abnahme das 2:4 erzielte. Die Kraichgauerinnen ließen anschließend weitere Chancen für den Sport-Club zu. TSG-Schlussfrau Janina Leitzig verhinderte eine Viertelstunde vor Spielende den direkten Anschlusstreffer, als sie mit einem Reflex einen wuchtigen Kopfball von Hasret Kayikci über die Querlatte lenkte.
Bis zum Abpfiff sollte es jedoch keinem der beiden Teams mehr gelingen, etwas Zählbares für sich zu verbuchen. Es blieb am Ende bei einem aufgrund der ersten Hälfte nicht unverdienten, wenngleich vielleicht ein wenig zu hoch geratenen 4:2-Heimerfolg der TSG.
Grund zum Feiern, trotz der Niederlage, hatte Freiburgs Nationalspielerin Sandra Starke, die ihre 150. Liga-Partie für den Sport-Club absolvierte.
Das letzte Spiel der Saison bestreitet der Sport-Club am Sonntag, den 6. Juni. Hier empfangen die Breigauerinnen den SV Meppen. Auch diese Begegnung (Anpfiff 13:30 Uhr) können alle Fans wieder im Livestream bei DFB-TV mitverfolgen.



Stimmen zum Spiel:
SC-Trainer Daniel Kraus: „In der ersten Halbzeit fehlte uns die Zweikampfhärte und nach gewonnen Bällen haben wir diese wieder zu schnell verloren. Nach dem 1:4-Rückstand zur Pause wollten wir trotzdem weiterhin mutig sein, haben einige Dinge angepasst und das Team zeigte in Durchgang zwei eine ganz andere Körpersprache und kam auch besser in die Zweikämpfe. Ich bin aber schon enttäuscht, dass die Mannschaft sich dann nicht für den Aufwand belohnt, aber hieran müssen wir weiterhin arbeiten.“

Stenogramm:
TSG 1899 Hoffenheim: Leitzig (TW), Specht, Bühler, Lattwein (85., Steinert), Rall (85., Wienroither), Naschenweng, Hartig (69. Hagel), Billa, Waßmuth (85., Fühner), Brand (76., Krumbiegel), Dongus
Ersatzbank: Tufekovic (ETW), Harsch
Trainer: Gabor Gallai
SC Freiburg: Herzog (TW), Karl (85., Wensing), Wittje, Knaak, Minge, Buser (65., Müller), Kayikci, Starke (85., Büchele), Stegemann (65., Vojteková), Memeti (85., Zicai), Steuerwald
Ersatzbank: Palmen (ETW), Bantle
Trainer: Daniel Kraus

Tor(e): 1:0 Dongus (12.), 2:0 Billa (19.) 2:1 Memeti (27.), 3:1 Brand (36.), 4:1 Billa (37.), 4:2 Minge (71.)
Gelbe Karten: Steuerwald
Gelb-Rote Karten:
Schiedsrichterin: Sina Diemann
Zuschauer: 100

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.