HSG Konstanz will zu Hause nachlegen
Nach einer bärenstarken Vorstellung beim TSV Neuhausen/Filder (43:33) möchte die HSG Konstanz am Freitag um 20 Uhr unbedingt auch in der Schänzle-Hölle nachlegen. Es kommt zum ewig jungen Duell mit dem alten Rivalen TuS Fürstenfeldbruck. Tickets sind über www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.
Fürstenfeldbruck mit dem Rücken zur Wand
Der steckt nach einem größeren Umbruch vor der Saison tief im Kampf um den Klassenerhalt und steht mit dem Rücken zur Wand. Trotz sieben Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze ist der Glaube und Kampfgeist in Bruck voll da. Am vergangenen Wochenende glückte der erlösende 40:35-Auswärtssieg bei der HG Oftersheim/Schwetzingen. Der erste Sieg seit 4. Oktober letzten Jahres (34:30 gegen TV Bittenfeld II) dürfte reichlich Auftrieb geben. Trainer Max Högl betonte: „Der Knoten ist jetzt hoffentlich geplatzt, es ist eine Riesenlast von unseren Schultern gefallen.“ So wird es auch dieses Mal hoch hergehen, wenn die beiden Teams aufeinandertreffen. Stets ging es im Duell der alten Rivalen um viel. Mal rissen die Brucker Panther die HSG mit zwei Siegen im direkten Aufeinandertreffen mit heraus aus der 2. Bundesliga, profitierten vom wohl prominentesten Nicht-Tor aller Zeiten nach dem Harz-Lattenkreuztreffer von Tom Wolf – oder verlangten der HSG alles ab auf dem Weg zum Wiederaufstieg.
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Gefährlicher, mutiger Gegner
Nun kommt es zum Duell unter gänzlich anderen Vorzeichen. Nach Jahren an der Spitze der 3. Liga und einem einjährigen Gastspiel in der 2. Bundesliga benötigt der TuS Fürstenfeldbruck mit einem auf 22,8 Jahre Durchschnittsalter verjüngten Kader – aus der Zweitligasaison 2020/21 ist nur noch Cedric Riesner mit dabei – jeden Zähler im Kampf um den Klassenverbleib. HSG-Coach Ralf Bader warnt eindringlich vor der Aufgabe gegen die „Brucker Panther“. „Sie sind gefährlich“, sagt er und führt das hohe Tempo an. „Diese Mannschaft rennt hoch und runter, spielt mutig. Wenn man selbst nicht performt, kann das schwierig werden.“ Mit ihrer offensiven 3:2:1-Abwehr stellt die Mannschaft aus dem Münchener Speckgürtel ihre Gegner ohnehin vor besondere Aufgaben, die es zu lösen gilt.
Positive Entwicklungen bei der HSG
So möchte Bader vor allem erneut eine so konsequente Deckungsarbeit sehen wie am Sonntag beim deutlichen Erfolg in Neuhausen. Damit gelte es den Gegner vor Probleme zu stellen und selbst einfache Tore zu erzielen. Die Partie auf den Fildern zeigte mehrere positive Entwicklungen bei der HSG Konstanz. Die Aggressivität und Konsequenz sowie Helferketten in der Deckung funktionierten trotz einiger Zeitstrafen richtig gut, das eigene Tempospiel war deutlich besser als in den letzten Monaten – und die dadurch gewonnene Sicherheit konnte für eine ebenso deutlich höhere Konstanz im eigenen Spiel und niedrigere Fehlerquote genutzt werden. „Die Jungs haben“, unterstreicht Bader, „damit selbst das beste Beispiel dafür gegeben, wie es laufen kann, wenn wir konsequent dabei bleiben, was wir uns vorgenommen haben.“ Dabei musste der Kantersieg „erarbeitet werden“, wie der 45-Jährige bemerkt. „Es gab Momente, da hätte das Spiel auch kippen können“, weiß der A-Lizenzinhaber und nahm erfreut zur Kenntnis, „dass wir dann richtig auf das Gaspedal gedrückt haben. Dass wir dabei trotz der Zeitstrafen so verteidigt haben, freut mich sehr.“
Kluges Wechselmanagement und Tempo über 60 Minuten
12:8 Punkte in fremden Hallen bedeuten die zweitbeste Auswärtsbilanz der Liga. Nun soll der Knoten auch in der „Schänzle-Hölle“ endgültig zum Platzen gebracht werden. Ein Vorteil soll dabei die gesamte Kaderbreite sein. Durch kluges Wechselmanagement war es zuletzt gelungen, das Tempo über 60 Minuten hochzuhalten. Das habe man „gut durchgezogen“, so der ehemalige Bundesligatrainer. Bader: „Jeder konnte zeigen, was er drauf hat. Es steckt in unserem Team, dass wir hohes Tempo gehen können.“
„Diese Haltung zur Sache muss jeder hinbekommen“
So ist die Devise nicht nur für die Partie gegen Fürstenfeldbruck klar. Nicht an den Gegner denken, sondern auf sich selbst konzentrieren. „Wir müssen unsere Arbeit erledigen. Da ist es nicht so wichtig, gegen wen wir spielen“, macht der Trainer deutlich. „Diese Haltung zur Sache muss jeder hinbekommen.“ Was nicht heißt, dass man sich nicht auf die besonderen Deckungsvarianten des Gegners vorbereitet hat und hier ein besonderer Zugang zum Spiel gefordert sein könnte. Noch mehr wird es darauf ankommen, die Anzahl der Fehler gering zu halten. Schritt für Schritt zurück zur eigenen Stärke. Die positive Entwicklung der letzten Wochen lässt darauf hoffen, dass die Gelb-Blauen mit ihren treuen Fans in der zweiten Saisonhälfte wieder mehr zu feiern haben könnten. Wenn sich jeder an den Plan hält und die entsprechende Haltung zur Sache findet, wie Bader nicht müde wird zu betonen.
